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NINC MEDIA - Film & Design - Wien


Freitag, 08 Oktober 2010 04:59

Wahlplakate im Wiener Wahlkampf 2010

In ein paar Tagen ist der Wiener Wahlkampf um Gemeinderat und Bürgermeistersessel vorbei. Zeit also, um einen kurzen Gedanklichen Rückblick auf die Werbekampagnen und Plakatdesigns der Parteien zu werfen. Mitbekommen hat diese wohl jeder, an allen Strassenecken und Kanten wurde ja zuzementiert, was nur ein wenig Platz für mindestens einen A2 Bogen bot. Und nicht alles war dabei wirklich sinnvoll genutzter Platz...

Partei: SPÖ Wien
Agentur: Dr. Puttner Communications
Budget nach eigenen Angaben: 5 Millionen Euro

Beginnen wir mit dem quasi Titelverteidiger Häupl und der SPÖ. Man muss es ihnen lassen, die Kampagnen waren wirklich nicht schlecht gemacht, sie hatten klare Aussagen und Botschaften getragen, und natürlich war das Konterfeit des Herrn Häupl allpräsent. Aber eben nicht nur. Neben doch beeinduckenden Formaten auf ganzen Hausfronten wie neben dem Museumsquartier mit gut in Szene gesetzen Portraits wurden auch reine Keymessages wie "Wer Häupl will muss ihn auch wählen" auf Plakatständern über Wien verteilt. Nicht so schlecht. Die Starken Fonts und die stilisierten Sprechblasen-Bereiche auf den Plaketen unterstüzen den sehr auf die Person bezogenen Wahlkampf. Interessanterweise findet sich keine Internetadresse auf den Plakaaten, sondern eine Telefonnummer. Auch wenn das Klientel oft auchs chon älter ist, beides hätte nicht geschadet. Aber online sind sie eh nicht so die Könige. Aber faiererweise muss man sagen, dasz die Wiener SPÖ einerseits schon sehr eingespielt ist, andererseits wohl kaum auf begrenztere Budgets achten muss. Dennoch, selbst die imperal anmutetende Bildsprache mancher Inserate scheint zweckmässig weil eine Stärke und, ja, fast schon Väterlicherkeit vermittelnd. Papa Häupl kommt eben sicher auch nicht so schlecht bei den Wienern und Wienerinnen an. Online wurde Häupl von einigen Promis vertreten, was sicher gerade in der allgemeinen Zielgruppe keine schlechte Sache ist, aber dennoch wie gesagt auf Printwerbung dann zuwenig promoted wird. Wirklich effektive, virale Kampagnen in Social Networks wie Facebook habe ich leider vermisst.


Partei: ÖVP Wien
Agentur: Netzwerk von Partnern aus den Bereichen Kreativ und Events, darunter das Team der Wiener Agentur Headquarter
Budget nach eigenen Angaben: 2,5 Millionen Euro

Die ÖVP hingegen mit Marek als Spitzenkandidation wirkte dagegen, nun, etwas konfus. Zuerst die mittlerweile wohl berühmte SPÖ Wahlhilfe mit einem lächelnden Häupl an einem windigen Tag, die wohl eher nach hinten, bzw ins Rote losgegangen ist, und dann die in Magazinen und Zeitungen inserierten "SMS von Marek", die mit wirren Botschaften in Form von Kleingedrucktem in 60er Jahre Blasen versuchten, einen Hauch Jugendlichkeit und Obamaeffekte in den Wiener Wahlkampf zu drängen. Peinlich. Ebenso fehlten oft durchgängige Layouts, bzw Designs die die Kernbotschaften fokussieren. Die Schrift sumpft oft ab, und die wohl modern wirken sollenden Lower Case Schriften wechseln sich wieder mit "normaler" Textsetzung ab. Nein, wer auch immer für diesem Wahlkampf verantworlich ist, gehört schnellstens gefeuert. Auch in der Aussagekraft wurde nciht immer.. nun.. klare Worte gefunden. "geben wir den gründern gründe zu gründen" klingt ja doch etwas wirr. Und enthält bemerkenswert oft das Wort "grün" in den durchgängigen Kleinbuchstaben. Als Abschluss stach noch der Rot / Grüne Stephansdom ins schmerzende Auge, überschattet von den Worten "Wollen Sie das wirklich." Immerhin bleibt dabei Raum für ein "Naja, warum denn nicht" im Kopf. Klare Alternative scheint man keine zu haben. Furchtbar, wie viel Angst und wieviel Frustration muss in der Wiener ÖVP lodern, solche Defensivaktionen abzuliefern. Die Junge ÖVP mit ihrem pseudocoolen "Schwarz ist Geil" braucht man wohl gar nicht näher kommentieren, ausser vielleicht dass die es da wirklich etwas zuviel mit dem Sex haben. Kompensation. Vielleicht. Zuguterletzt die Löwin des 1. Bezirks Stenzel in einem klassisch Vor-Photoshop Setting. Nun, wenn die ÖVP ihr Ergebnis halten kann, liegt das sicher nicht an der Wahlwerbung.

Ach noch was. "Wenn man schon Reden wir [..] am besten auf Deutsch" auf Plakaten gedruckt hat, sollte man besser doppelt und dreifach überprüfen, ob sich auf den eigenen Zetteln grammatikalisch an die Regeln hält. Denn sonst wirds wirklich peinlich. Noch dazu in der dicken, fetten Überschrift.


Partei: FPÖ Wien
Agentur: inhouse
Budget nach eigenen Angaben: 3 bis 4 Millionen Euro

Immer dieser Stroke. Im rechten Eck nichts Neues. Harte Sprüche, Strache-Blau, Augen wie Glasperlen, und wieder, wie schon bei der letzten Wahl das proklamierte Duell um Wien. So ein Blödsinn, wenn man es mit den Fakten vergleicht, aber dennoch wohl im Klientel eine Botschaft, die den Haudrauf Strache noch mehr als Boxlehrer derstellt. Und das ist beabsichtigt, denn mit Feingefühl und, so weh es tut, Intelligenz braucht man im blauen Lager nicht zu trommeln. Das Boxring Motiv tauchte übrigends wirklich auf einem Plakat auf. Highlight des FPÖ Wahlkampfes war wohl sicherlich diese Sagen-Broschüre, in denen der "Mustafa" gepeinigt und der dicke Häupl ständig besoffen durch die gegen wankt. Brutaler geht wohl nicht, und die FPÖ verdient dafür mit Recht noch ein Quäntchen mehr an Verachtung. Lustig ist das nicht mehr, dennoch hat gerade wohl diese Aufregung, ich behaupte mit Sicherheit, beabsichtigt und gesteuert, Medienecho und Präsenz eingebracht. Werbetechnisch bei der Zielgruppe wahrschienlich gar nicht so schlecht. Nur wirds hald zuviel Text gewesen sein. Ansonsten erreichten die Blauen wohl eine SPAM Rate wie keine andere Partei. Postwurfsendungen en masse, immer in diesem etwas schludrigem Stil gehalten, der mehr an Schundblätter als an Botschaften erinnert. Aber wiederum. Wohl Zielgruppenkonform. Der Krickl versteht hierbei schon sein Handwerk. Leider. Auch die leidige Wiener Blut Sache spielt bewusst mit Zweideutigkeiten, was zwar strategisch sicher richtig ist, aber eben auch ein wenig feig, wenn man sich immer das Hintertürl offenhaltet, um sich nachher abzuputzen. Dennoch. Die absichtliche Provokation wirkt. Das haben die FPÖler wohl vom Punk gelernt.


Partei: Wiener Grünen
Agenturen: Dynamo Wien und SuperFi (Produktion der Online-Werbung)
Budget nach eigenen Angaben: 1,5 Millionen Euro

Nun, die hatten, wie es Herr Misik ausgedrückt hat, wirklich Pech, auch wenn sie natürlich deswegen nicht schuldfrei an dem Debakel waren, das zu Beginn des Wahlkampfes die Partei in ein paar Bezirken fast zerissen hat. Schlechter Eindruck. Vielleicht, um einen Abstecher in die Politologie zu machen, wäre bei grossen Wahlkämpfen ein Hauch weniger Basismitbestimmung gar nicht so schlecht. Aber das tut hier wenig zur Sache. Ausserdem haben sich die Grünen ganz gut von diesem Schlag erholt, und eigentlich eine gute Kampagne auf die Beine gestellt. Die Plakate sind gut leserlich, die Typografie funktioniert und sie wurden in einem frischen Design mit interessantem Komplimentärkontrasten gehalten, auch wenn das eine oder andere Foto vielleicht ein wenig mehr Lebendigkeit gebraucht hätte. Ausrutscher, wie die Wir-versprechen-mal-so-was-ihr-hören-wollt Claims kamen vor, wurden aber von klaren Aussagen wett gemacht. Kein Platz für Rechte Hetze. Ein schönes Werk. Nicht nur inhaltlich. Auch andere Plakate glänzten durch klare Aussagen und vor allem auch Mut. Ich hoffe, dieser wird belohnt. Ich hätte mir nur eine schnellere Reaktion in Form von Antowrtplakten auf die "Wiener Blut" Kampagne der FPÖ gewunschen. Etwas Dynamik. Mit einem guten Konzept und präsenter, öffentlicher Stellungnahme hätte man hier sicher etwas erreichen können.
Kritik kommt hier von einer ganz anderen Seite, wenn auch mit Ausnahmen. Warum wurde das Internet, gerade für die Grünen ein Tummelplatz von potentiellen Wählern, so wenig genutzt? Online war es recht still, ich hätte mir hier eine mutigere Verschränkung von Offlinewerbung wie eben Plakaten und Flyern, und einer interaktiven Plattform gewünscht, die einfach und unkompliziert Sympathisanten ermöglicht hätte, aktiv sich an der Wahlwerbung zu beteiligen. Ein Beispiel? Okay. Man nehme einen winzigen Teil der Wahlkampfkosten und schmeisse diesen einem SMS Provider in den Rachen. User hätte man so personalisierbare Textvorlagen online zur Verfügung stellen können, um diese mit Knopfdruck an Freunde und Onlinefriends zu senden. Involvement. Und es gäbe noch viele Möglichkeiten. Nicht gerade ein Loblied für die Online Agentur, denn zu erfolgreichen Online Campaigns gehört auch dazu, das man als täglicher Internet / Facebook User etwas davon mitbekommen muss. Muss! Und vorallem, dass man virale Effekte erzielt und die Onlinefreunde miteinbezogen werden.
Angeschnitten hat dieses Terrain dennoch lobenswerterweise der Herr Lobo, der mit den eingesandten Videoclips eine Anlaufstelle für offentliche Plädoiers aufgezogen hat. Nicht schlecht soweit. Auch war dessen Facebook Aktivitäten begrüßenswert, wenn auch die Kommunkation und bei Live-Postings die Qualität des Equipments ein wenig besser funktionieren könnte.


Doch seien wir zum Abschluss nicht unfair. Das Internet, vor allem Onlineservices und Social Networks sind für die österreichischen Parteien noch immer Neuland. Das ist eigentlich traurig, gerade in Zeiten in denen Facebook, Twitter und Co zur Grundausstattung der Kommunikation von Jung- und Neuwählern gehören. Wenn wer Fragen hat, melden;)

Und nicht vergessen: Sonntag ist Wahltag. Ausweis einpacken und zum Wahllokal seines Sprengels. Und dann gespannt sein. Stundenlang. Seien wir optimistisch. Wien hats verdient.

Ahm. Gabs da nicht noch was? Ach ja! Diese Plakate mit dem zwideren Herren und der weissen Schirft auf orangem Hintergrund.

Partei: BZÖ Wien
Agentur: inhouse
Budget nach eigenen Angaben: 300.000 Euro

Natürlich, im Vergleich ist dieses Budget lächerlich klein, aber dennoch sollte man zumindest die Grundregeln der Farbkomposition berücksichtigen und die eigenen Wahlplakate auch auf mittlere Distanz noch lesbar halten. Ansonsten sind auch die Botschaften schwer einzuordnen. Mehr Kommunikation, mehr Design. Und vor allem bei einer Partei mit geringerem Budget umso wichtiger: Online Online Online. Auch hier bemerkte ich keine innovativen Ansätze oder Konzepte. Hätte ich eine böse Zunge würde ich sagen kein Wunder.

So, nun aber wirklich. Und Sonntag wählen gehen! Sagts euren Freunden weiter. Sharing is caring. Danke!

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Christoph Öhler | NINC MEDIA


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