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Max Power

Max Power

Das untere Ende der Nahrungskette

Interstellar - Ein klarer Fall für den Oscar (oder den Nobelpreis)

Gestern Abend durfte Paul Franklin den Oscar in der Kategorie "Visual Effects" für den Film "Interstellar" entgegen nehmen. Es war bereits sein zweiter. Den ersten hat er 2010 für "Inception" gewonnen. Wer Paul Franklin ist, weiß kein Mensch. Derweil lohnt es sich in vielerlei Hinsicht, ein Auge auf das zu werfen, was dieser Mann fabriziert.
Mit 200 Millionen Dollar Budget spielt "Interstellar" ganz oben mit in der Liga der Blockbuster. James Marshs Biopic über den jungen Steven Hawking "Theory of Everything" war mit 15 Millionen Dollar ein wahres Schnäppchen und für das Budget von Wiplash (3.3 Millionen) hätte Regisseur Christopher Nolan wahrscheinlich nicht einmal seinen Namen vor laufender Kamera buchstabiert. Zum Glück sind wir mittlerweile in Zeiten angelangt, in denen das Budget eines Filmes nichts über seine Qualität aussagt. Im Falle von "Interstellar" ist jeder Cent richtig angelegt und nachdem wir begonnen haben, uns damit auseinanderzusetzen, verstehen wir auch, wofür das Geld draufgeganen ist. Im ganzen Troubel um die fehlender Anerkennung von Frauen in der Filmbranche und dem unterschwelligen Rassismus ist die Großartigkeit, mit der "Interstellar" der Filmbranche seinen Stempel aufdrückt etwas untergegangen. Zugegebenermaßen ist die Beschäftigung mit der Technik hinter den Filmen den meisten Zuschauern herzlich egal. Visual Breakdowns und die Auseinandersetzung mit der Technik, die hinter den Filmen steckt, bleibt ein Spezialgebiet der Nerds und Geeks dieser Welt.

 

"Interstellar" trieft vor Wissenschaft. Das ist ein Grund, weswegen der Film im ersten Moment schwer verständlich ist und in Foren heiß über den Sinn des Plots diskutiert wird. Das ist auch nicht sonderlich verwunderlich, da sich Regisseur Christopher Nolan die Unterstützung von Kip Thorne geholt hat. Dieser etwas exzentrisch aussehende Herr ist eine Koriphäe auf dem Gebiet der Astrophysik und war von Anfang an in die Produktion des Filmes eingebunden. Sein mathematisches Genie ist für die Algorithmen verantwortlich, auf deren Grundlage die eigens entwickelte Effektsoftware namens DnGR die realistischsten Visualisierungen von schwarzen Löchern errechnete, die die Filmgeschichte jemals gesehen hat. Bevor Thorne sich an die Arbeit machte, waren die scharzen Löcher nur in Form von äußerst komplexen Gleichungen vorhanden. Seine Mitwirkung als Co-Produzent und wissenschaftlicher Guru machen "Interstellar" zum ersten Film, in denen schwarze Löcher auf Grundlage der Ideen Einsteins visualisiert wurden. Thorne war von Anfang an von der Idee besessen, die schwer greifbaren Ideen von Relativität für ein großes Publikum verständlich aufzubereiten. Über das "verständlich" lässt sich sicher streiten, aber das Prädikat beeindruckend haben die Visualisierungen und die Prozesse dahinter in jedem Fall verdient. Trotzdem wird seine Arbeit künftige Filmemacher wie Astrophysiker beeinflussen. Während er so herumrechnete und visualisierte, stieß er nämlich auf eine neue Entdeckung, wie sich das Licht um ein Schwarzes Loch herum verhält. Diese Entdeckung und weitere Erkenntnisse, auf die er im Laufe der Produktion stieß, hielt er anschließend in zwei wissenschaftlichen Papers fest: eines für die Astrophysik und eines für die die CGI-Branche. An dieser Stelle wäre es angebracht, darüber zu berichten, wie Kip Thorne versucht im Film eine vierte und fünfte Dimension zu visualisieren. Nach mehrstündiger Recherche muss sich der Autor jedoch zugestehen, dass das sein Verständnis um mehrere Physikstudiumssemester übersteigt. Vielleicht hilft ja dieses Video zum Verständnis der werten LeserInnen.

 

Aber jetzt weg von der Wissenschaft und hin zur Technik: Einige Frames, die Schwarze Löcher zeigen, hatten eine Renderzeit von 100 Stunden. Der ganze Film setzt sich aus circa 800 Terrabyte zusammen.Gedreht wurde auf 35mm-Kameras und 64-mm-IMAX-Kamerras, die im Laufe der Dreharbeiten einiges mitmachen mussten und dabei auch mal an der Spitze eines Learjets befestigt wurden. Das Ziel war die eher wuchtigen Kameras wie eine Go-Pro zu verwenden, um der Kamera so eine höhere Beweglichkeit einhauchen. Großartig aufpassen, dass es ja nicht über den Rand des Greenscreens hinwegfilmt, musste Kameramann Hoyte van Hoytema nicht, da (wenn man den Interviews glauben schenken darf) keine Greenscreens verwendet wurden. Die Begründung von Christopher Nolan für dieses doch sehr kostspielige Arbeiten klingt vollkommen plausibel. Er wollte, dass seine Schauspieler nicht in ein grünes Nichts starren müssen. So veranlasste er, dass jedes Set, jedes Raumschiff und überhaut alles gebaut und jeder noch so abgefahrene Hintergrund projieziert wirde. Den Rest erledigte der Focus und einiges an Arbeit für die Roto-Mannschaft und die CGI-Experten der Firma "Double Negative", die die Bilder im Nachhinein mit ihrer eigenen Software "Squirt Ocean" und dem gängigen Zaubermittel "Houdini" aufpolierten.

Wer vom wissenschaftlichen Input dieses Artikels angetan ist kann sich HIER und HIER tiefer in die Materie einarbeiten. Aber vorsicht. Es könnte sich um ein schwarzes Loch handeln und was sich dahinter abspielt wissen wir alle aus dem Film.

Herzlichen Glückwunsch Paul Franklin. Wir ziehen unseren Hut vor deiner Arbeit. Den Oscar hast du dir vollkommen zu recht abgeholt. Wir würden uns nicht wundern, wenn Kip Thorne auch noch der Nobelpreis für seine bahnbrechende interdisziplinäre Arbeit hinterhergeworfen wird.

Donnerstag, 19 Februar 2015 17:52

Happy Happy Photoshop

Happy Happy Photoshop

Photoshop feiert heute seinen 25.Geburtstag. Vielleicht ist auch eine Sie. Dann müsste es selbstverständlich IHREN 25.Geburtstag heißen. Aber darum soll es bei dieser ganzen Sache gar nicht gehen. Um etwaigen Ungereimtheiten dennoch aus dem Weg zu gehen, nennen wir ihn ab sofort "es". So viel dazu.


Photoshop hat es nicht nur geschafft einen eigenen Eintrag im Duden zu ergattern, sondern hat sich in den letzten 25 Jahren zum marktbeherrschenden Weltmarktführer gemausert und es geschafft das, was wir Realität nennen, auf den Kopf zu stellen. Mittlerweile ist es ein Synonym für die digitale Bildbearbeitung und das Wort "photoshoppen" verstehen auch Generationen, die die Erfindung der Photographie noch miterlebt haben. Das Programm war jedoch nicht von Anfang an dieses riesige Monstrum, das es erlaubt alles so hinzudeichseln, wie man es sich wünscht. Der Erfinder, Thomas Knoll, hat es anfangs für sich alleine geschrieben, damit er auf seinem schwarz-weiß Bildschirm auch Graustufen hervorzaubern konnte. Unter dem Namen "Display" hat er es dann auf die Welt losgelassen, nachdem sein Bruder John das Potential erkannt hatte. Anfangs wurde es noch von einer mittlerweile unbekannten Firma namens Barneyscan XP im Package mit Scannern vertrieben, bis Adobe auf den Schatz gestoßen ist und am 19.Februar 1990 die erste Version veröffentlichte. Damals war das Programm noch so kompakt, dass es auf einer einzigen Diskette Platz hatte. Die monströs wirkende Box, in der man es erstehen konnte, war zum Großteil mit dem mitgelieferten Handbuch gefüllt. In Zeiten der Cloud und der Internettutorials ein archisch wirkendes Relikt aus Zeiten, die man sich 25 Jahre später kaum mehr vorstellen kann. Mit jeder weiteren Version kamen Tools hinzu, die jetzt kaum mehr wegzudenken sind: Pen-Tool, Sofort-Reparatur-Pinsel, Layers, History, Camera Raw Plug-In etc. Wie das früher ausgesehen hat, kann man sich HIER ansehen und falls ein werter Leser vom Retroflash gepackt werden sollte: HIER gehts zum Code der ersten Version. Der befindet sich mittlerweile nämlich im Museum. 


Heutzutage benutzen 90% der professionellen Gestalter in allen erdenklichen Bereichen diesen Heiligen Gral der Bildbearbeitung. Unterm Strich sind es rund 10 Millionen User, wobei circa 58% auf Schwarzkopien zurückgreifen. Um dieser Entwickung zu begegnen dachten sich die schlauen Köpfe von Adobe, dass sie eine preiswertere und zugleich abgespeckte Version des Programms auf den Markt bringen, um semi-professionelle Nutzer nicht durch den Preis abzuschrecken. In "Adobe Photoshop Elements" fanden sich hervorragende Tools wie der "Rote-Augen-Entferner" oder der "Sofort-Reparatur-Pinsel", die in späteren Vollversionen übernommen wurden.


Ohne Photoshop würde die Welt heutzutage etwas anders aussehen. Das macht die ganze Sache jedoch nicht durchgehend wunderbar. Im Internet stolpern wir regelmäßig über "Photoshop-Fails" und belächeln die Dummheit und Unfähigkeit anderer Menschen. Unsere Vorstellung von Schönheit haben ein paar Nerds, in der Hand, die aus einem Besen die schönste Frau zaubern können, die man sich nur vorstellen kann. Die Schattenseite blenden wir wie so oft aus. So werden durch manipulierte Bilder Kriege legitimiert oder Informationen verfälscht.
Für uns wird es in diesem Wirrwar aus Bildern immer schwerer zu unterscheiden, was nun real ist und was manipuliert. Wenn man so darüber nachdenkt ist es wahrlich erstaunlich, wie ein Programm, das ursprünglich für Grauabstufungen konzipiert war, die Welt dermaßen verändert hat. Mit Sicherheit haben die Illuminaten da ihre Finger im Spiel. Anders können wir uns die häufig auftauchenden Augen im Startbild der verschiedenen Versionen nicht erklären.

Trotz allem, können wir uns eine Welt ohne Photoshop nicht mehr vorstellen (und wollen das wahrscheinlich auch gar nicht mehr).
Alles Liebe, alles Gute.

NINC! goes Science: SPOTTERON for Citizen Science

Die Wissenschaft kann sich nicht gegen den technischen Fortschritt wehren. Nicht einmal in Österreich. Wie ihr vielleicht mitbekommen habt, sind wir bei NINC! große Freunde des technischen Fortschritts und der Wissenschaft zugleich. Das ist ein Grund, weswegen unser Herz beim Stichwort „Citizen Science“ frohlockt und ausgelassen im Dreieck hüpft, denn es ist ein wunderbares Beispiel dafür wie die Wissenschaft neue Technologien zu nutzen lernt.


„Citizen Science“-Projekte binden interessierte Laien und Amateure in den Forschungsprozess ein. Diese melden Beobachtungen, führen Messungen durch oder werten Daten aus. Der Clou an der ganzen Sache ist, dass traditionell interne Teilaufgaben dadurch an eine Gruppe freiwilliger User ausgelagert werden. Dadurch können Forschungseinrichtungen sowie Unternehmen eine ganz andere Datenlage erreichen. Auf der anderen Seite ist es ein enormer Ansporn für User, ihren Teil zur Wissenschaft beizutragen und durch ihr Feedback die Usability des genutzten Systems verbessern zu können. Das sogenannte „Crowdsourcing“ wurde mit dem technischen Fortschritt und dem aus ihm aufblühenden Web 2.0 ermöglicht. Durch die zunehmende Verbreitung von Smartphones ist es Usern mittlerweile möglich, auch unterwegs Daten zu erheben.


NINC! ist vollkommen begeistert von den Möglichkeiten, die diese Form der Datenerhebung bietet. Aus diesem Grund sitzen wir seit Mitte 2013 in unserem Kämmerchen in Wien und basteln an einer App, die wir auf den Namen SPOTTERON getauft haben. Diese App soll nun auch die technische Grundlage für kommende Citizen Science Projekte in Österreich darstellen und die Sammlung von Daten (Geokoordinaten, Bilder etc.) auf Android und iOs Smartphones ermöglichen. 

STAY TUNED UND LIKE SPOTTERON!


Dabei kommt uns zu Gute, dass wir alle Projektstadien von application development hin zum webdesign der zentralen Homepage und des webhostings innerhalb von NINC! abdecken können. Mittlerweile haben wir auch mit der Universität für Bodenkultur (BOKU) einen Partner gefunden, der das Potential und das breite Anwendungsspektrum für SPOTTERON erkannt hat. Es existieren bereits Projekte wie roadkill, jedoch hinken diese technologisch und in Sachen Design hinterher. Als ersten Schritt arbeiten wir mit Hochtouren daran, die zentrale Homepage citizen-science.at in einem modernen Look zu relaunchen, die als Pool dienen wird, in dem alle Informationen der verschiedensten Projekte innerhalb Österreichs zusammenlaufen.

Am 26. Februar findet dazu die „Österreichische Citizen Science Konferenz 2015“ statt. Diese Veranstaltung soll die wichtigsten Akteure im Bereich dieser modernen Forschungsmethode vernetzen. In diesem Rahmen wird die von uns entwickelte Homepage ihren Launch feiern. Das ist unser erster Schritt unseres Beitrages zur Etablierung von Citizen-Science in der österreichischen Forschungslandschaft.


Es wird sicher nicht der letzte gewesen sein, aber ein Schritt näher zum superklugen Superorganismus des allgegenwärtigen Web. Mit SPOTTERON liefern wir dafür die Nervenbahnen und die BOKU mit citizen-science.at das Gehirn.


Ein Stein oder ein Haufen Nullen und Einsen?

Der erste Trailer zur fünften Staffel Game of Thrones ist da. Für die einen ist das ein Grund, vollkommen durchzudrehen und ihre Fanshirts zu bügeln. Es sei einem jeden vergönnt. Für andere ist es ein Grund, sich diesem Phänomen einmal vorsichtig zu nähern. Aus technischer Sicht gibt es da zugegebenermaßen einiges zu entdecken. Das oscarprämierte Visual FX Unternehmen Pixmondo trägt mit seinen Visualisierungen einen entscheidenden Teil zur Schaffungen dieses faszinierenden Universums bei. Seit der zweiten Staffel liefert Pixmondo einen Großteil VFX für die Serie und damit spielen sie ganz oben mit in der Liga der CGI-Unternehmen. Der Clou an der der ganzen Sache ist, dass sie keine komplett synthetischen Welten abliefern, sondern mit der Kombination von Live-Aktion Footage und virtuellen Elementen eine Art computergenerierten Realismus schaffen. Bei diesen hybriden Bildern verschwimmt die Grenze zwischen visuellen Effekten und real gedrehten Szenerien vollkommen und es ist für das Publikum kaum auszumachen, welcher Teil des Bildes nun am Computer errechnet ist. Die von George R. R. Martin erfundenen Kontinente Westeros und Essos, auf denen Game of Thrones spielt, werden zunächst aus Landschaftsteilen in Irland, Kroatien oder den USA zusammengesetzt und anschließend mit dramatischem Nebel oder den obligatorischen Burgen aufgepimpt. Im Visual Breakdown zur vierten Staffel ist zu bestaunen, was die ca. 300 Mitarbeiter von Mackevision alles virtuell generiert und wie sie es mit realen Aufnahmen kombiniert haben. Einige Elemente (z.B.die überdimensionale Kriegerstatue an der Hafeneinfahrt) entlarven sich auf Grund ihrer Unmöglichkeit als CGI. Beim Schauen des Making Ofs wird doch selbst dem geübtesten CGI-Erkenner die Kinnlade vor Erstaunen herunterklappen. Nach diesem Video muss man wirklich hinterfragen, ob nun ein Stein in der Serie ein Stein ist, oder eine Ansammlung von Nullen und Einsen.

VFX Unternehmen wie Pixmondo oder Mackevision bewegen sich mit ihrer hochaufwendigen Arbeit immer an den Grenzen des technisch Machbaren, reizen diese ein aufs andere Mal neu aus und definieren sie so neu. Man kann sie ohne Probleme auch als Forschungsunternehmen und Implusgeber bezeichnen. Der von ihnen vorangetriebenen Entwicklung kann man sogar zusehen. Diejenigen, die in den 80er Jahren dachten, dass Dragonslayer das höchste der computertechnischen Gefühle ist, wurden im Laufe der drei Jahrzehnte bei jedem Kinogang eines besseren belehrt. Gegen die von Mackevision animierten Drachen aus Game of Thrones wirken Vermithrax Perjorative oder Draco - sprichwörtlich gemeint - wie aus einem anderen Jahrtausend. Damals war das Auge des Publikums jedoch noch nicht an einen derartigen digitalen Realismus gewöhnt. Zu ihrer Zeit haben Dragonslayer oder Dragonheart neue Maßstäbe gesetzt, die dem verwöhnten Auge im Jahr 2015 nicht mehr genügen und eher belächelt werden.

Die fünfte Staffel feiert am 12.April Premiere. All diejenigen, die das nicht großartig juckt, könnten auch den 54.Geburtstag der bemannten Raumfahrt oder den 81.Jahrestag der Ansiedlung des Waschbäres in Mitteleuropa feiern.

Stell dir vor, du könntest sehen wie es sein könnte

Videos, die dem Stubenhocker oder dem Weltraumfan von heute, zeigen wie das Universum aussehen könnte, kursieren im Internet wahrscheinlich genauso viele wie es Sterne in erreichbarer Nähe unser Galaxie gibt. Wie im Fall der Planeten und Sterne gibt es auch bei dieser Art von Videos eher unspektakuläre, bei denen man sich ärgert, dass man dort gelandet ist. Glücklicherweise stolpert man in den unendlichen Weiten dann und wann auch in einige (Achtung: Wortwitz!) Sternstunden. „Wanderers“ heißt der etwa Animationsfilm des Schwedischen Visual- und Animationartists Erik Wernquist. Wenn er nicht gerade Waschmaschinen animiert, dann beschäftigt er sich wirklich ansehnlich mit dem Universum. Das finden wir gut. So gut, dass wir versuchen, euch mit unserer Begeisterung anzustecken. 

„Wanderers“ einen Ausblick in die Zukunft der Menschheit und skizziert wie die Expansion unserer beschränkten Spezies in unser Sonnensystem aussehen könnte. Sicherlich ist dabei viel Spekulation im Spiel. „Wanderers“ hat jedoch einen entscheidenden Punkt, der der Film aus der Masse von Spaceanimationen herausstechen lässt. Die Visuals basieren alle auf wissenschaftlichen Ideen und Konzepten zur Zukunft der Raumfahrt. Alle gezeigten Orte sind digitale Nachbildungen von wirklich existierenden Orten innerhalb unseres Sonnensystems. Als Grundlage dafür nutzten Erik Wernquist und seine Helferlein dabei Photographien und Daten, die von Satelliten bzw. Teleskopen geliefert wurden. Ausgehend davon zaubern sie einen atemberaubenden Blick auf Eisfelder des Jupitermondes Europa, Klippen auf dem Uranusmond Miranda oder dem Sonnenuntergang auf Iapetus, einem Mond des Saturn.

Als ob die 3D Animation allein nicht schon genug Arbeit gewesen wäre, hat sich Erik Wernquist noch die Mühe gemacht, eine ausführliche Bildergalerie auf seiner Homepage anzulegen, die Aufschluss über die gezeigten Bilder und ihre Herkunft geben. Nimmt man sich über die vier Minuten des Films hinaus noch ein wenig Zeit wir durch diese zusätzliche Information die Faszination und der Respekt vor diesem Kurzfilm sogar noch potenziert.
Das außergewöhnliche an „Wanderers“ ist, dass die Bilder sich nicht durch reines visuelles Protzen anbiedern. Vielmehr erzählt der Film in einer ganz eigenen poetischen Form seine Geschichte. Dass der Off-Text vom Space-Guru Carl Sagan stammt, ist dabei nur noch ein weiterer Punkt, der „Wanderers“ zu einem Rundumerlebnis für die Augen und den intellektuellen Nerdgeist in uns allen macht.

Ansehen. Fullscreen, baby! 

Montag, 10 November 2014 18:56

Comics kontra Komplexität

Comics kontra Komplexität

Das Universum ist für uns als minimale Bestandteile ein unbegreifbares. Selbst wenn wir uns sicher sind, alle Informationen zu kennen und eventuelle Wechselwirkungen zwischen Einzelkomponenten scheinbar spielerisch zu durchschauen, bleibt uns doch am Ende meistens nur übrig, die Hände über dem Kopf zusammenzuschlagen und wikipedia zu fragen, was zu Teufel eigentlich Komplexität ist.

Humor ist so eine Sache, auf die die Menschheit wirklich stolz sein kann. Manche Menschen sind damit gesegnet, jenes wirre Kneuel, das wir Welt nennen, wenigstens an einem Ende zu entwirren und kurz Licht in die ausufernde Überforderung zu bringen.
Mikael Wulff und Anders Morgenthaler sind genau solche Menschen. Das Duo, das seine Brötchen mit Schreiben und Malen verdient (jajajaa!), veröffentlicht täglich Cartoons und Grafiken, die auf wunderbar simple Art und Weise unsere Ticks und Gewohnheiten sowie Ausgeburten unseres modernen Zusammenlebens bloßstellen. Dabei haben sie den den Heiligen Gral der Komplexitätsbekämpfung gefunden. Ihre Grafiken spielen unbeschwert mit bekannten Symbolen der Popkultur wie zum Beispiel likebutton und smilies. Das macht es für den internetversierten Konsument ihrer Comics so einfach, sie zu verstehen. Die beiden Dänen, die unter dem Namen wumo veröffentlichen, scheinen in ihrer Themenwahl schier unbegrenzt zu sein. So finden sich in ihrem Oeuvre neben Kommentaren und Seitenhieben in Richtung der verkommenen Kulturindustrie, der nimmersatten Konsumgesellschaft und dem schwindenden Anspruch an so ziemlich alles, auch Auseinandersetzungen mit den täglichen kleinen Problemchen des Netzabhängigenfastfoodessendenmacusermenschen. Dabei wechseln sich intelligenter und scharfsinniger Humor mit tiefstem Slapstick ab. So wird der Konsum ihrer comics selbst nach einigem Scrollen nicht fad, weil mal der Intellektuelle, mal der Prolet in einem selbst auf seine Kosten kommt. So schaffen es Mikael Wulff und Anders Morgenthaler mit ihren Comics und Grafiken, der Welt ein wenig an Komplexität zu nehmen.Wenn sie neben ihren täglichen Veröffentlichungen in wirklich wichtigen Zeitungen (u.a. Die Welt, The New York Times) zu viel Zeit haben, machen sie nebenbei auch noch Cartoonserien, in denen sie selbst neben faschistischen Hippos und sexbesessenen Biebern auftreten. Das scheint ein netter Ausgleich zu sein.

Mittwoch, 22 Oktober 2014 20:16

Flunky Freak‘s Furious Found Footage Fun

Flunky Freak‘s Furious Found Footage Fun

Was macht ein Videomensch, wenn er eine freie Minute hat? Wer nun etwas zum Lachen erwartet, sollte sich besser das ansehen. Ihr müsst wissen, Videomenschen sind ein seltsamer Menschenschlag. Wenn man so will, dann sind Videomenschen von beruflicher Seite aus gezwungen, seltsame Menschen zu sein, denn sie gehen Tätigkeiten nach, die im ersten -und meist auch bis weit nach dem folgenden - Moment für viele kaum bis überhaupt nicht nachvollziehbar zu sein scheinen.
Und da wären wir schon mittendrin in der Thematik. Das Arbeiten mit Found Footage ist eine schräge Sache. Man wühlt ohne Plan und Orientierung durch Plattformen wie archive.org und bekommt auf dieser Reise Einblicke in längst überholte Denkweisen, kann sich Tips zur Körperhygiene in den 20er Jahren abholen, bevor man bei einem 90. Geburtstag landet, der vor 90 Jahren stattgefunden hat. Wenn man noch immer nicht genug hat, geht‘s weiter zu Verschwörungstheoretikern, die felsenfest davon überzeugt sind, dass Hippies eine Rakete gebaut haben und damit auf den Mond geflogen sind.
Wenn man sich von diesem ganzen bebilderten Irrsinn nicht den Kopf verdrehen hat lassen, kann man dazu übergehen, die besten Einstellungen aus den Clips herauszuschneiden. Hat man diese Fieselei hinter sich, sieht man sich gezwungen, diesem Berg an Ultracoolenoldschoolclips Herr zu werden und ihn bestenfalls zu einem narrativen Strang zu kneten. Als ob das nicht schon genug Problem für einen Arbeitsprozess wäre, kommt da die meist miserable Videoqualität ums Eck und zwingt den mit der Verzweiflung ringenden Videomenschen zu Finten und Tricks, mit denen er im harten Business sein Überleben sichert. Da kommen dann Splitscreens zu Einsatz oder ganze Cluster, die dann wieder gespiegelt und mit Masken zugeschnitten werden, um den verdammten Kader vollzubekommen. Am Ende freut man sich darüber, tiefer als je zuvor in die Tiefen der Creative Suite vorgedrungen zu sein und der unendlichen Weite einen einminütigen Clip abgerungen zu haben. Erfolg!
Warum das ganze? Ein Grund dafür ist das Männchen hinter den Augenlidern dieser Videomenschen, das diese dazu anstachelt, selbst die spärlich bemessenen freien Minuten vor dem Computer zu verbringen. Ein zweiter ist, wenn Freunde Geburtstag haben. Da sollte man etwas basteln, hat Mami gesagt. Und was ist das naheliegende Bastelgeschenk eines Videomenschen? Heheeeeeee da haben wir es!

 

 

P.S. Mit der Band SOLAR BLAZE ist unser Haus ja quasi familiär verbandelt. Die ist wiederum mit music-news.at familiär verbandelt. Und so sind am Ende alle familiär verbandelt. Hach, du schönes Österreich. 

 

P.P.S. Alles Gute, Music-News! 

Freitag, 06 Juni 2014 12:47

Aufklärung! Bist du schon länger hier?

Aufklärung! Bist du schon länger hier?

Das Internet ist für uns alle Neuland. Herzlichen Glückwunsch an all diejenigen, die sich erfolgreich durch das schier undurchdringbare Datendickicht hierher auf die NINC-Lichtung gekämpft haben. Hier gibt’s kurzweilige Erleuchtung in Sachen Datenschutz abzugreifen. In unserer realen Nachbarschaft ist in diesen Tagen einiges los. Genau vor den Toren unseres headquartes bereiten viele liebe Menschen ein großes Straßenfest vor und ein paar Blocks weiter feiert das Institut für Technikfolgen-Abschätzung sein 20-jähriges Bestehen. Die dort tätigen Damen und Herren erforschen seither den Einfluss von Technologien auf die Gesellschaft. Die meiste Zeit seines Bestehens führte das Institut ein Schattendasein, was eventuell an den Forschungsgegenständen liegen könnte. Den Einfluss des Faxgerätes oder des BTX (ein Vorgänger des Internets, das Telefon und Fernsehschirm zu einem Kommunikationsmittel kombinierte) interessierte anscheinend so gut wie niemanden. Mittlerweile sind die Forschungsthemen in der Mitte der Gesellschaft angekommen und werden medial rege diskutiert. Das Institut beschäftigt sich heutzutage unter anderem mit Datensicherheit. Diese ist wohl das derzeit brennendste Thema in der Technikfolgen-Abschätzung. Was die Wissenschaftler leisten, ist mehr als Politikberatung bei der Umsetzung von Technologien. Vielmehr kommentieren sie gesellschaftliche Trends unter intermedialen Gesichtspunkten. Wie schwerwiegend das Thema Datensicherheit ist, muss dem User mit fortschreitender Technisierung des Alltags klarwerden. An der Auseinandersetzung mit Themen wie Big Data oder Datenschutz kommt der Mensch im Jahr 2014 nicht mehr vorbei. Ein kleiner Lichtblick zeigt sich in der Vergabe des Friedenspreises des Deutschen Buchhandels an den Internet-Pionier Jaorn Lanier. Der Erfinder des Begriffes „virtuelle Realität“ hat früh mit der Aufklärung begonnen und der Welt versucht zu zeigen, welche Risiken die digitale Welt für die freie Lebensgestaltung bergen. Langsam und schleichend kriecht die Aufklärung in die Mitte der Gesellschaft. Langsam und schleichend wächst das Straßenfest 1070.

Donnerstag, 17 April 2014 13:48

Hello, hunters. Congratulations.

Hello, hunters. Congratulations.

Ostern steht vor der Tür. Bewusst passiert das eigentlich nur einmal im Jahr. Derweil könnten wir uns auch jeden Tag auf Eiersuche begeben. Genauer gesagt: auf die Suche nach Easter Eggs.
Was als Spaß der ersten Programierer begann, hat mittlerweile monströse Ausmaße angenommen. Im Prinzip stolpern wir mehrmals täglich über eines. Egal ob wir ein Buch in die Hand nehmen, eine Platte hören, eine Serie schauen oder im Internet unterwegs sind. Man könnte sein ganzes Leben der Suche nach diesen Easter Eggs widmen. Man kann sich auch nur drüber freuen, wenn man zufällig auf einer stößt. Das könnte zum Beispiel passieren, wenn man "tilt" googelt. Was passiert, müsst ihr selbst herausfinden. Versucht es dann gleich auch mal mit "do a barel roll" oder "zerg rush"
Wenn ihr dann noch nicht genug habt, könnt ihr auch gerne diese Liste abarbeiten. Falls das noch immer nicht genug sein sollte, könnt ihr gleich bei Hendrix, de Beatles oder Pink Floyd weitersuchen. Ihr werdet irgendwann bestimmt auch auf verstecke Nachrichten von Aliens stoßen. In einem bestimmten Fall werden die werten Herren von Pink Floyd dich für deine Suche loben. Wenn das noch immer nicht genug ist, könnt ihr auch eure verstaubten Playboy Ausgaben ausgraben und sie nach dem versteckten Bunny auf jedem Cover untersuchen. Die Liste lässt sich unendlich fortsetzen.
Frohe Ostern und eine erfolgreiche Suche!

Montag, 14 April 2014 18:10

Die Bank für alle Bereiche des Lebens

Die Bank für alle Bereiche des Lebens

Facebook ist eine komplizierte Sache. Im Prinzip haben wir keine Ahnung, was wir eigentlich alles anrichten, wenn wir stundenlang durch unseren News Feed scrollen und dann und wann unsere Lieblingsspeise, respektive -bar oder -musikgruppe hinausposaunen. Dass facebook Mitte Februar 2012 an die Börse gegangen ist, hat man gezwungenermaßen mitbekommen. Großartige Gedanken darüber verschwendet hat sicherlich nur ein Bruchteil deiner Mitmenschen. Oder habt ihr etwa abends bei einem Bier oder einem Glas Wein darüber diskutiert, wie eine Social-Media Platform so einfach mal mit einem Ausgabekurs von 104.Mrd US-Dollar im Börsengeschäft mitmischen kann und warum zum Teufel so viel Geld hinter der ganzen Geschichte steckt? Dass das anfangs entgegen aller Expertenvoraussagen eher weniger erfolgreich war, hat schon keiner mehr wirklich mitbekommen. Dann die Sache mit WhatsApp anfang des Jahres ....Entschuldigung, ich wurde soeben angestupst... Wenn man ehrlich ist, dann ist einem doch auch vollkommen egal, was facebook hinter den Kulissen so anstellt. Selbst der aufgeklärte Medienmensch des Jahres 2014 schaltet irgendwann auf Durchzug, wenn die tausendste Nachricht ins Haus flattert, die über den nächsten großen Coup von Zuckerberg und Co berichten: Facebook kauft Brille. Facebook kauft Facebook. Facebook ist böse. Facebook wird zur Bank
Wie? Nochmal? Privatsphäre hin oder her. Die ist ohnehin nicht mehr zu retten. Doch jetzt geht’s ums Geld und da wird die Sache heikel. Das Monster streckt jetzt auch noch seine Giftfinger in diesen Sektor. Da lohnt sich es sich dann doch, die ganzen Katzenvideos Katzenvideos sein zu lassen und der Sache mehr Aufmerksamkeit zu schenken. „Facebook könnte in Europa schon bald zur Bank werden“ lautet die Headline. Weiter im Text heißt es dann: „...in Irland.“ Glück gehabt. Die Iren haben es nicht so mit dem Geld. Das sollte bekannt sein. Wenn nicht, besteht auch in diesem Bereich einiges an Nachholbedarf bzw. die Leute in deinem News Feed sind politische Analphabeten oder zumindest kurzsichtig. Zurück zur Facebook-Bank: Das Ziel ist es eine virtuelle Währung zu schaffen, die sich User dann gegenseitig zuschieben können. Spiele kaufen ist da zum Beispiel eine Möglichkeit. Oh, wie schön. Neuigkeiten! Fortschritt! Juchu! Farmville-Power! Dahinter steckt jedoch eine tiefer gehende Strategie. Es soll nämlich aufstrebenden Schwellenländern entgegenkommen. Genauer gesagt, soll es Gastarbeitern aus eben diesen Ländern ermöglichen, an ihr Geld zu kommen bzw. dieses nach Hause senden zu können. Hmmm. Natürlich öffnet sich für facebook dadurch eine neue Erlösquelle. Konkurrenten wie google oder eBay haben bereits ihre Alternativen zu Kreditkarte und Banküberweisung auf dem Markt etabliert. Da heißt es nachziehen für den großen weiß-blauen Kumpel.

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